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    www.Oekosophie.de 

    Jeder Mensch hat grunds├Ątzlich von der Natur die Anlage, einen hohen Grad an Weisheit zu erlangen. Die bisherigen Kulturen lassen jedoch eine solche Entwicklung nur in Ausnahmef├Ąllen zu. Die Menschheit insgesamt zeigt keine Weisheit, sie gleicht einem Bakterienstamm, der sich ungehemmt solange vermehrt, bis seine Lebensgrundlagen verbraucht sind.
    Kultur braucht deshalb Erneuerung: eine humanistische Orientierung!
    Marie von Ebner-Eschenbach

    Es ist nicht von Bedeutung, ob wir gl├Ąubig sind.
    Wichtig ist nur, da├č wir ein gutes Herz haben.
    Dalai Lama
     


    WER BIN ICH ?  Freiheit

    Auf dieser Seite gebe ich die Weisheitslehren kurz zusammengefasst so wieder,
    wie ich sie bisher verstanden habe.

    Wer bin ich?
    Siehe auch die Seiten “Bild vom Menschen” und “Haben oder Sein”.

    Die Frage
    Wer bin ich?  dient seit Jahrtausenden zur Selbstfindung. So stand z.B. am Eingang des Orakels von Delphi (6. Jh. vor Chr.): “Erkenne dich selbst”.

    Weisheitsgeschichte:
    Eine Frau lag im Koma. Pl├Âtzlich hatte sie das Gef├╝hl, sie k├Ąme in den Himmel und st├Ąnde vor dem Richterstuhl.
    " Wer bist du? " fragte eine Stimme.
    " Ich bin die Frau des B├╝rgermeisters ", erwiderte sie.
    " Ich habe nicht gefragt, wessen Ehefrau du bist, sondern wer du bist. "
    " Ich bin die Mutter von vier Kindern. "
    " Ich habe nicht gefragt, wessen Mutter du bist, sondern wer du bist. "
    " Ich bin Lehrerin. "
    " Ich habe nicht nach deinem Beruf gefragt, sondern wer du bist. "
    Und so ging es weiter. Alles, was sie erwiderte, schien keine befriedigende Antwort auf die Frage zu sein: " Wer bist du? "
    " Ich bin eine Christin. "
    " Ich fragte nicht, welcher Religion du angeh├Ârst, sondern wer du bist. "
    " Ich bin die, die jeden Tag in die Kirche ging und immer den Armen und Hilfsbed├╝rftigen half. "
    " Ich fragte nicht, was du tatest, sondern wer du bist. "
    Offensichtlich bestand die Frau die Pr├╝fung nicht, denn sie wurde zur├╝ck auf die Erde geschickt. Als sie wieder gesund war, beschloss sie, herauszufinden, wer sie war.
    Und darin lag der ganze Unterschied.
    Mello

    consumo ergo sum (Ren├ę Discount)
    Aldinger

    Freiheit
    Wenn wir uns fragen: Wer bin ich?, dann ist es zum Finden der Antwort hilfreich, sich bewusst zu machen, was ÔÇ×Freiheit“ alles  bedeuten kann:

    Es gibt eine ├Ąu├čere und eine innere Freiheit:
    Die ├Ąu├čere Unfreiheit betrifft die Sklaven, Leibeigenen und Menschen in Diktaturen.
    Die franz├Âsische Revolution 1789: Freiheit, Gleichheit, Br├╝derlichkeit.
    Die Leibeigenschaft wurde in W├╝rttemberg erst 1817aufgehoben.
    Heute gibt es f├╝r viele Menschen nicht das Recht der Meinungsfreiheit, keine Reisefreiheit und sie k├Ânnen nicht frei im Internet surfen.
    Jeder kann t├Ąglich in die H├Ąnde von Geiselnehmern fallen und seiner Freiheit beraubt werden.
    Um diese ├Ąu├čere Freiheit zu erlangen, haben viele B├╝rger der DDR ihr Leben riskiert und versucht, den Todesstreifen zu ├╝berqueren - weil ihnen Freiheit wichtiger war als ihr Leben!
    Obwohl wir Deutschen diesbez├╝glich frei sind, gilt f├╝r uns offenbar nicht:
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    sind des Gl├╝ckes Unterpfand
    Deutschlandlied,
    denn wer ist schon deswegen gl├╝cklich?

    Die ├Ąu├čere Freiheit allein macht noch nicht gl├╝cklich, dazu geh├Ârt auch noch die innere Freiheit. Nachfolgend wird die innere Freiheit besprochen:

    Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt,
    hat nie geliebt und nie geha├čt.
    Marie von Ebner-Eschenbach
     

    1. Frei sein vom Widerstand gegen das, was ist, also frei sein vom Bewerten:

    1.1 Frei sein von Unbill:
    z.B. von unerw├╝nschten , unbequemen Dingen, von Pech, Ungl├╝ck, von schmerzlichen, h├Ąsslichen traurigen Erfahrungen und Erinnerungen, frei von Geldmangel oder Angst. Oder frei sein von Beschr├Ąnkungen, um allabendlich bei den Spa├č-Veranstaltungen mitfeiern zu k├Ânnen, zu trinken, zu kiffen und Sex zu haben.
    Frei sein von ... ist nur eine meist zwanghafte Reaktion auf einen jetzigen Zustand, der anders sein soll.
    Zu sagen: ÔÇ×Ich will frei sein von Unbill“ ist also keine Freiheit, sondern eine
    Reaktion des Ego auf das, was ist - es ist somit ein Ego-Trip.
    Wie stet es mit unserer Angst vor Einsamkeit? Wenn uns andere ihre Zuneigung, ihre Beachtung oder ihre Anerkennung entziehen? Sind wir frei, darauf verzichten zu k├Ânnen? Oder sind wir diesbez├╝glich Sklaven der Anderen?
    Wenn wir uns ├╝ber andere ├Ąrgern, wenn uns der ├ärger tagelang besetzt h├Ąlt: Wie k├Ânnen wir uns von dieser Unfreiheit befreien?

    1.2 Frei sein von W├╝nschen und “ich will ...”:
    nach mehr Geld, Ruhm, Macht, besserem Auto, Gl├╝ck, usw.
    Sein Gl├╝ck von der Erf├╝llung von W├╝nschen abh├Ąngig zu machen, ist nur eine meist zwanghafte
    Reaktion auf einen jetzigen Zustand, der anders sein soll. Man steckt in der Zwangsjacke, stets zu sagen: “Ich will ...”  oder  “Ich will nicht ...” oder  “Ich will dies, aber jenes will ich nicht”. Man steht unter dem Zwang, auf die gegebene Reaktion reagieren zu m├╝ssen.
    Hoffnung auf Besseres ist also kein Weg zur Freiheit, sondern eine Reaktion des Ego auf das, was ist - es ist ein Ego-Trip.

    “Meister, warum hat der Mensch nie, was er will?”
    “Das ist einfach: Wollte er, was er hat, dann h├Ątte er, was er will.
    Da er aber nie will, was er hat, hat er nie, was er will.”
    Aldinger
     

    1.3 Frei sein von Anhaften:
    Wenn man behalten will, was man hat, wenn man also an etwas anhaftet, z.B. an seinem Lebensstandard, seinem Konsum, seiner Familie, seiner Wohnung, seinem Besitz, seinem Status, seiner Kultur, seinem Leben, so ist man gebunden, also nicht frei. Wie sehr brauchen wir Geld und Sicherheit? Wollen wir wirklich auch davon frei sein???
    Doch zu sagen: ÔÇ×Ich will das und jenes behalten, es soll sich nicht ver├Ąndern, ist meistens zwanghaft und ein Ego-Trip“. Es widerspricht dem Naturgesetz des st├Ąndigen Wandels und der Erkenntnis, dass uns alles nur f├╝r vielleicht  50 oder  80 Jahre geliehen wurde.
    Besonders haften wir an unserer Jugend und Gesundheit. Wer ist denn damit einverstanden, alt zu werden? Philip Roth schreibt: ”Das Alter ist ein Massaker”
    (wegen der eigenen fortschreitenden  Gebrechlichkeit, eigene Krankheiten, alle Freunde sterben weg).
    Wie sehr haften wir an unserem K├Ârper und unserem Leben?
    Jeder m├Âge sich selbst fragen, wie frei oder unfrei er durch sein Anhaften ist.

    Der Konsument ist der ewige S├Ąugling,
    der nach der Flasche schreit
    Erich Fromm

    Ist es nicht so, dass wir aus Dingen eine Mauer um uns errichten,
    eine hohe Mauer, um den Tod nicht zu sehen? ...
    Der Motor der Konsumgesellschaft ist nicht die Freude am Leben,
    sondern die Angst vor dem Tod.
    Lotte Ingrisch, Schriftstellerin

    Wie zahlreich sind doch die Dinge,
    derer ich nicht bedarf
    Sokrates


    Dazu eine kleine Geschichte:
    Ein Besucher sah mit Erstaunen, dass der Rabbi in einem Zimmer mit nur einem Tisch, einem Stuhl, einem Bett und ein paar wenigen B├╝chern lebte.
    ÔÇ×Rabbi, wo sind Ihre M├Âbel?“, fragte der Besucher.
    “Wo sind Ihre?“, erwiderte der Rabbi.
    “Meine?”. Aber ich bin nur zu Besuch hier. Ich bin auf der Durchreise“, entgegnete der Besucher.
    “Genau wie ich“, sagte der Rabbi.
    Aldinger

    Mehr zum Anhaften am Konsum: Siehe Seite “Konsum”.

    Das irdische Leben besteht einfach aus 4 Phasen:
    Geboren werde, leben, sterben, n├Ąhren.

    2. Frei sein von unbewussten Werten, Ma├čst├Ąben, Emotionen und Handlungsmustern:
    Wir wurden alle in unserer Kindheit gepr├Ągt und sind als Erwachsene immer noch abh├Ąngig von den Werten vom Elternhauses, vom Kindergarten, von der Schule. Es bestehen Abh├Ąngigkeiten von dem sozialen Umfeld, der Religion, der Nationalit├Ąt, der Rasse. Der Charakter = Das Eingepr├Ągte, das Ego wurde also geformt von: Mutter und Vater, unserer Familie und Sippe,  unserer Rasse,  Nationalit├Ąt, gesellschaftlicher Stand, Tradition, Religion, Sprache, Erziehung, Literatur, Kunst, Medien, Gewohnheit, Konvention, Propaganda, Werbung aller Art, wirtschaftlichem Druck,  der Nahrung,  dem Klima, unseren Freunden, unseren Erfahrungen.
                  Kinder lernen auch Skripts = Anweisungen, Glaubenss├Ątze und Verhaltensmuster, z.B.:  Denke, was ich denke; du bist nicht liebenswert; du bist dumm, ungeschickt; du bist schlecht; du bist im Weg; du bist schuldig; du bist b├Âse, du bist h├Ą├člich; du geh├Ârst nicht hierher; sei nicht so neugierig; sei nicht so impulsiv;  f├╝hle nicht (ein Junge heult nicht); sei kein Kind; gib dir M├╝he, streng dich an; mach`s mir recht; beeil dich; sei vorsichtig;  sei perfekt, dann mag ich dich;  spiel dich nicht so auf (sei nicht wichtig);
    Das wissen wir nicht mehr, aber wir handeln unbewusst nach dem, was uns eingetrichtert worden war..
    Buddhas
    1. Edle Wahrheit lautet: Das Leben ist Leiden (siehe Seite “Dualit├Ąt - Ganzheit).

    Das Leben ist Leiden :
    Man kann nirgendwo auf der Welt wirklich echten Frieden finden. Weder die Armen noch die Reichen haben Frieden; weder die Erwachsenen noch die Kinder, weder Menschen mit schlechter noch die mit guter Bildung. Es gibt nirgendwo Frieden, das ist der Lauf der Welt. Diejenigen mit wenig Besitz leiden genauso wie die mit viel Besitz. Kinder, Erwachsene, alt und jung... alle leiden. Das Leid, alt zu sein, und das Leid, jung zu sein; Das Leid, reich zu sein, und das Leid, arm zu sein... es ist alles nichts als Leiden.
    Ajahn Chah

    Und man kann erg├Ąnzen:
    Man leidet
    ob man Arbeit hat oder nicht
    ob man viel reist oder nicht
    ob man umtriebig ist oder passiv
    ob man gierig ist oder gen├╝gsam
    ob man jemanden liebt oder nicht.

    Siehe dazu auch die Seite “Stille, Ruhe,...”.


    M.E. bedeutet “Leiden” bei  Buddha, dass wir obigen unbewusste Werten unseres sozialen Umfeldes, unseren pers├Ânlichen Zwangs- Handlungsmustern und unsere Ego- Zwangsjacke (siehe unten Punkt 4) st├Ąndig unterworfen sind - und es nicht einmal wissen!
    Wie kann man unabh├Ąngig von unbewusst ablaufenden Vor-stellungen, Ein-bildungen, Bewertungen und Handlungsmustern sein?
    Wie kann man frei sein von mentalen Vorstellungen, Konstrukten, Ideen, Prinzipien, Nationalismus, Tradition, Autorit├Ąten, Leitbildern, geistigen Bilder vom Vaterland, vom Beruf, von Beziehungen.
    Wie kann man frei sein von allen ├ťberzeugungen?
    Wie kann man unvoreingenommen sein?
    Wie kann man vom inneren Kritiker / inneren Richter frei sein?
    Wie kann man von Wut, Hass und Gewalt frei sein?
    Wie kann man autonom und authentisch sein?

    Dazu gibt es ein interessantes Cartoon f├╝r PC Liebhaber:   Update Liebe.pps

    Eine Geschichte:
    In der persischen Mystik wird von einem Wanderer erz├Ąhlt, der m├╝hselig auf einer scheinbar endlos langen Stra├če entlang zog. Er war ├╝ber und ├╝ber mit Lasten behangen. Ein schwerer Sandsack hing an seinem R├╝cken, um seinen K├Ârper war ein dicker Wasserschlauch geschlungen. In der rechten Hand schleppte er einen unf├Ârmigen Stein, in der linken einen Ger├Âllbrocken. Um seinen Hals baumelte an einem ausgefransten Strick ein alter M├╝hlstein. Rostige Ketten, an denen er schwere Gewichte durch den staubigen Sand schleifte, wanden sich um seine Fu├čgelenke. Auf dem Kopf balancierte der Mann einen halbfaulen K├╝rbis. Bei jedem Schritt, den er machte, klirrten die Ketten. ├ächzend und st├Âhnend bewegte er sich Schritt f├╝r Schritt vorw├Ąrts, beklagte sein hartes Schicksal und die M├╝digkeit, die ihn qu├Ąlte.
                                Auf seinem Wege begegnete ihm in der gl├╝henden Mittagshitze ein Bauer. Der fragte ihn: "Oh, m├╝der Wanderer, warum belastest du dich mit diesen Felsbrocken?" - "Zu dumm", antwortete der Wanderer, "aber ich hatte sie bisher noch nicht bemerkt." Darauf warf er die Brocken weit weg und f├╝hlte sich viel leichter. Wiederum kam ihm nach einer langen Wegstrecke ein Bauer entgegen, der sich erkundigte: "Sag, m├╝der Wanderer, warum plagst du dich mit dem halbfaulen K├╝rbis auf dem Kopf und schleppst an Ketten so schwere Eisengewichte hinter dir her?" Es antwortete der Wanderer: "Ich bin sehr froh, dass du mich darauf aufmerksam machst; ich habe nicht gewusst, was ich mir damit antue." Er sch├╝ttelte die Ketten ab und zerschmetterte den K├╝rbis im Stra├čengraben. Wieder f├╝hlte er sich leichter. Doch je weiter er ging, um so mehr begann er wieder zu leiden. Ein Bauer, der vom Feld kam, betrachtete den Wanderer erstaunt: "Oh, guter Mann, du tr├Ągst Sand im Rucksack, doch was du da in weiter Ferne siehst, ist mehr Sand, als du jemals tragen k├Ânntest. Und wie gro├č ist dein Wasserschlauch - als wolltest du die W├╝ste Kawir durchwandern. Dabei flie├čt neben dir ein klarer Fluss, der deinen Weg noch weit begleiten wird!" - "Dank dir, Bauer, jetzt merke ich, was ich mit mir herumgeschleppt habe." Mit diesen Worten riss der Wanderer den Wasserschlauch auf, dessen brackiges Wasser auf dem Weg versickerte, und f├╝llte mit dem Sand aus dem Rucksack ein Schlagloch. Sinnend stand er da und schaute in die untergehende Sonne. Die letzten Sonnenstrahlen schickten ihm die Erleuchtung: Er blickte an sich herab, sah den schweren M├╝hlstein an seinem Hals und merkte pl├Âtzlich, dass der Stein es war, der ihn noch so geb├╝ckt gehen lie├č. Er band ihn los und warf ihn, so weit er konnte, in den Fluss hinab. Frei von seinen Lasten wanderte er durch die Abendk├╝hle, eine Herberge zu finden.
    Nach Nossrat Peseschkian
     

    Und da zeichnen  sich  die Grenzen  ab f├╝r  das  Kind,  wenn es im Schatten  seiner  Eltern gro├č  werden  mu├č. Das Paradoxe  ist,  da├č die  Kinder  sozusagen  gezwungen  sind,  die Liebe  ihrer  Eltern durch  Gehorsam  und  Unterordnung  zu  erringen,  und  dort  ist  die Wurzel  einer  ganzen  Reihe  von  ├ängsten,  von  Verdr├Ąngungen, von Auf'l├Âsungen,  von widerspr├╝chlichen  reaktiven  Gef├╝hlen, die eines  Tages  nach au├čen  dr├Ąngen.  Das alles  tummelt  sich  in unserem Unbewu├čten…. Die Autorit├Ąt  der Eltern wird verinnerlicht  und  stellt  eine f'este  Instanz  her,  die uns  fortan  unsichtbar begleitet. Viele  tiefsitzenden  Bed├╝rfnisse  stammen  aus dieser Zwangsstruktur.
    Eugen Drewermann


    Dies bedarf Selbsanalyse, langj├Ąhriger, intensiver inneren Arbeit, um m├Âglichst viel Unbewusstes aufzudecken und zu seinem Wahren Wesen zu finden.

    Suchst Du die Wahrheit, wirf deinen Ma├čstab weg!
    Uta Dreisbach
     

    3.  Frei sein von ├ängsten

    Todesangst
    Unsere Grundangst ist die Angst vor dem Tod, die Todesangst, die Existenzangst. Das ist das Thema: ÔÇ×Wer bin ich“.  Menschen, die mit ihrem K├Ârper identifiziert sind, beantworten die Frage “Wer bin ich?” mit:  “Ich bin mein K├Ârper. Wenn der K├Ârper zerf├Ąllt, bin ich nicht mehr”.

    Ist es nicht so, dass wir aus Dingen eine Mauer um uns errichten,
    eine hohe Mauer, um den Tod nicht zu sehen? ...
    Der Motor der Konsumgesellschaft ist nicht die Freude am Leben,
    sondern die Angst vor dem Tod.
    Lotte Ingrisch, Schriftstellerin

    Die Angst vor dem Tod zeugt davon, dass man nicht daran glaubt, auch nach dem Tod des K├Ârpers zu existieren. Man glaubt: “Ich bin keine Seele”.

    Als Dietrich Bonhoeffer zum Galgen gef├╝hrt wurde und der SS-Mann sagte: “Das ist jetzt das Ende”, antwortete Dietrich Bonhoeffer: “Nein”.

    Wir haben Angst vor dem Tod,
    wir haben Angst vor der Trennung,
    wir haben Angst vor dem Nichts.
    Wenn wir aber tief schauen,
    erkennen wir den unaufh├Ârlichen Wandel der Dinge
    und verlieren allm├Ąhlich unsere Angst.
    Thich Nhat Hanh

    Die Weisen wissen: Wir sind ungeboren und unsterblich.
    Wir bewohnen den K├Ârper eine Zeit lang und ziehen dann weiter. F├╝r das Wahre Wesen (Seele) ist der Tod nur ein ├ťbergang in einen neuen Zustand. Wozu Angst haben oder sich Sorgen machen?

     

    Zu unseren grundlegenden und zentralen ├ängsten k├Ânnen folgende geh├Âren:

    die Angst, allein zu sein
    Wie steht es mit unserer Angst vor Einsamkeit? Wenn uns andere ihre Zuneigung, ihre Beachtung oder ihre Anerkennung entziehen? Sind wir frei, darauf verzichten zu k├Ânnen? Oder sind wir diesbez├╝glich Sklaven der Anderen?

    die Angst, zur├╝ckgewiesen zu werden;

    die Angst vor dem Unbekannten;

    die Angst, nicht das zu bekommen, was wir wollen;

    Angst, das zu verlieren, was wir haben;

    Angst vor N├Ąhe;

    Angst, von etwas ├╝berw├Ąltigt zu werden;

    Angst, die Kontrolle zu verlieren und selbst kontrolliert zu werden;

    die Angst, dass unsere Unzul├Ąnglichkeit und Wertlosigkeit ans Licht kommen k├Ânnten.
    Zeitnot: Haben Sie das Gef├╝hl, nur dann wichtig zu sein, wenn sie stets knapp mit der Zeit sind? Haben Sie Angst vor Muse und Nichtstun? Fliehen Sie diese Zeiten, in denen  nichts los ist? Wissen Sie, was wesentlich ist und was Ihnen wirkliche Bedeutung verleiht?
     Ezra Bayda : Zen oder die Kunst, einen Weg aus den S├╝mpfen des Alltags zu finden

     

    Angst vor dem Ego-Verlust: den nahen mitmenschlichen Kontakt vermeiden;

    Angst vor Trennung und Einsamkeit: in Abh├Ąngigkeiten verbleiben;

    Angst vor Wandel und Verg├Ąnglichkeit: am Gewohnten festhalten;

    Angst vor der Notwendigkeit und Endg├╝ltigkeit: Leichtes, m├╝heloses, anregendes Leben,
              (├Ąu├čere) Freiheit, Ungebundenheit,
    Nach Fritz Riemann: Grundformen der Angst

    Mehr dazu in einem sehr interessanten Vortrag: 
    Grundformen der Angst heute
    von Prof. Dr. med. Franziska Geiser, 
    http://www.lptw.de/archiv/vortrag/2013/geiser_13.pdf

     

    4. Frei sein von Verspannungen:
    Das Ego besteht k├Ârperlich aus unbewussten Verspannungen. Sp├╝ren Sie bitte mal in Ihren K├Ârper, wie es sich anf├╝hlt, wenn Sie sehr energisch sagen: ÔÇ×Ich will !“.
    Viele Erwachsene befolgen unbewu├čt noch die Skripts = Anweisungen der Eltern aus der fr├╝hen Kindheit, wie z.B. reiss dich zusammen!, beiss die Z├Ąhne zusammen!, halt den R├╝cken steif!, halte dich zur├╝ck!, zieh den Bauch ein!, sei lieb! (das Kind soll also andere Gef├╝hle unter-dr├╝cken und sie zur├╝ck-halten), halt den Nacken steif!.
    Die Eltern machen es so gut sie k├Ânnen - sie haben es selbst nicht anders erlebt. In unserer Gesellschaft ist das normal - es ist aber nicht nat├╝rlich!
    Siehe auch bitte die n├Ąchste Seite ├╝ber Kindererziehung.
    Wie kann man frei werden von solchen Verspannungen und damit auch von der Zwangsjacke der alten Anweisungen?

    5. Frei sein von der Zwangsjacke des Ego,
             frei sein zur Erfahrung der Ganzheit:

    Ego:
    Das Ich, das Ego, ist ununterbrochen aktiv: Ablehnen, wollen, rechtfertigen, beurteilen, unterscheiden. Diese Aktivit├Ąt selbst ist Leiden. Diese Aktivit├Ąt ist auch die Ursache der Meinung, man sei getrennt.
    Ihr agiert vom Ego aus, solange ihr irgendwie begehrt, die Dinge in euch zu ver├Ąndern oder solange ihr wollt, dass etwas anders ist.
    Ihr k├Ânnt die wahre Realit├Ąt so lange nicht wahrnehmen, wie ihr die Welt aus der Perspektive des Ego betrachtet.
    Der gew├Âhnliche Gebrauch des Willens ist in Wirklichkeit eine Kontraktion im K├Ârper. Diese ist eine harte Stelle in uns, die wir als Sprungbrett f├╝r unser Handeln benutzen. Wenn Menschen sagen, sie h├Ątten ihren Willen, dann meinen sie eine bestimmte H├Ąrte im K├Ârper, von der sie das Gef├╝hl haben, da├č sie von ihr aus handeln k├Ânnen; sie k├Ânnen hinausgehen und sich bei ihrem Handeln unterst├╝tzt f├╝hlen; oder sie haben das Gef├╝hl, da├č sie etwas unter ihren F├╝├čen haben und da├č sie nicht fallen werden. Wenn man diese H├Ąrte aber aus der N├Ąhe betrachtet, dieses Sprungbrett, kann man sie als eine Spannung im K├Ârper identifizieren. Ihr habt vielleicht das Gef├╝hl, da├č ihr euer Leben ohne diese Spannung nicht leben k├Ânnt; ihr habt gelernt, einen bestimmten Teil von euch in der N├Ąhe des Herzens zusammenzuziehen, um eine kleine Verh├Ąrtung zu machen, und ihr habt das Gef├╝hl, da├č ihr von dieser kleinen Verh├Ąrtung aus handeln k├Ânnt. Ihr habt das Gef├╝hl, da├č ihr, wenn diese Verh├Ąrtung nicht da w├Ąre, vollkommen leer w├Ąret und einfach fallen w├╝rdet, unf├Ąhig irgend etwas zu tun. Aber eigentlich bewirkt die Kontraktion letztlich, da├č sich euer Herz verschlie├čt und damit Freude und Befriedigung ausschlie├čt. Wenn man falschen Willen benutzt, dann geht das immer gegen das Herz.
    Almaas

    Hier wird beschrieben, wie es sich anf├╝hlt, wenn sich das Ego einschaltet:
    Die Willenskraft sitzt, meiner Beobachtung nach, im Solarplexus.
    Wenn das Ego in uns etwas will, k├Ânnen wir immer irgendwo im K├Ârper Anspannung wahrnehmen. Und es hat immer Argumente, ist immer f├╝r und/oder gegen etwas.
    Wenn das h├Âhere Selbst in uns etwas will ("Dein Wille geschehe!"), sind wir im S.P. vollkommen entspannt und f├╝hlen wir hier auch die Freude, ohne Argumente....
    Michael Rajiv Shah

    Weise Menschen verstehen unter ÔÇ×Wahrer Freiheit“ den wesensgem├Ą├čen Zustand ohne Ego. Im egolosen Zustand ist man frei von Ego - Zw├Ąngen, man ist eins mit der Ganzheit und frei, sich mit der Ganzheit gemeinsam zu entfalten. Es ist nicht ein Wollen, sondern ein Sp├╝ren der Freiheit.
    Dazu geh├Ârt Demut = ├ťbereinstimmen mit dem, was ist.
    Christlich ausgedr├╝ckt:
    Man sagt wie im Vaterunser: ÔÇ×Dein Wille geschehe und ich will Dein Werkzeug sein“.
    Wer in der Einheit lebt, k├Ânnte sagen:
    “Der universale Wille und mein Wille sind Nicht-Zwei”.
     Mehr dar├╝ber z.B. auf den Seiten ÔÇ×Ganzheit“ und ÔÇ×Erleuchtung“.

    Fragst du: ┬źWas ist Liebe?┬╗, sage ich: ┬źDen Eigenwillen aufzugeben.┬╗
    Rumi, 1207 - 1273

    Dualistische Geschichte:
    Ein Kutscher lenkt eine pr├Ąchtige Kutsche durch die Lande. Er meint, der Chef zu sein und selbst den Weg zu bestimmen. Er hat vergessen, dass der schlafende K├Ânig in der Kutsche sein Dienstherr ist. Der Kutscher = Ego wird aber sofort, wenn der K├Ânig = Wahres Wesen aufwacht und ihm Anweisungen erteilt, diese befolgen.

    6. Frei sein von Gedanken
    St├Ąndig dr├Ąngen sich uns Gedanken auf. Wer mal nicht denken will, wird sich nach einigen Sekunden wieder beim Denken erwischen. Diese Gedanken sind wie ein Vogelschwarm im Geb├╝sch: st├Ąndig flattern sie hin und her.
    In diesem Zustand des Denkens, des Gr├╝beln, des Hirnens ist man au├čer sich, gedankenverloren, geistesabwesend, man sitzt in seiner Gehirnzelle, man ist im Kopfkino gefangen. Mehr dazu auf der Seite Lebenskunst.


    Leben ist das, was geschieht, w├Ąhrend du andere Dinge im Kopf hast .  
    John Lennon

    Die Gedanken kreisen meistens um “ich will” , “das geh├Ârt mir” 
    oder “das soll anders sein”. Das sind alles Ego- Gedanken. Dadurch entgeht uns das wirkliche Leben, siehe dazu die Seite Lebenskunst.
    Wenn man frei w├Ąre von den st├Ąndigen Ego - Gedanken, k├Ânnte man
    das
    Leben sehen, h├Âren, riechen, schmecken, f├╝hlen!

    Alles ├ťbel auf der Welt hat nur eine Ursache: "Das geh├Ârt mir!"
    Mello 

    Ansonsten ist es etwa so, wie wenn jemand eine Doktorarbeit ├╝ber Honig schreibt, der diesen noch nie gegessen hat. Dann fehlt etwas Wesentliches in dem Gedankengeb├Ąude.

    Freiheit in Faust II
    Am Ende von Faust II hat der nun blinde Faust die Vision von Lebensr├Ąumen, in denen   …. V├Âlkerschaften" wohnen …., die beseelt vom "Gemeindrang" sind und ihre individuelle Freiheit dem Gemeinwohl unterordnen.
    Wenn der Mensch unbeirrbar an seiner Suche nach einem H├Âheren, sei es Gl├╝ck, sei es Erkenntnis, sei es Gemeinschaft, festh├Ąlt, verwirklicht er das G├Âttliche in sich.

     

    Zitate zu “Wer bin ich”:

    Jeder Mensch wird als Original geboren und fast jeder stirbt als Kopie.
    Aldinger

    Man ist gemacht worden und jetzt (z.B. ab dem 25. Lebensjahr) kommt es darauf an,
    etwas aus sich zu machen.
    nach Sartre

    Jeder wird als K├Ânig geboren.
    Alte Weisheit

    "Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe und dann verliere, was ich habe”?
    "Wenn ich bin,  wer ich bin und nicht, was ich habe, kann mich niemand berauben”.
    Erich Fromm

    Ich bin in einer Suchmaschine, also bin ich
    Neueste Version von: Ich liebe, also bin ich

    Ich bin eigentlich ganz anders, ich komme nur selten dazu.
    ├ľd├Ân von Horvath

    In jedem lebt ein Bild des,
    der er werden soll;
    solang er dies nicht ist,
    ist nicht sein Frieden voll.
    Angelus Silesius

    Hoffnungslosigkeit ist der vergebliche Versuch,
    zu sein, wer wir nicht sind.
    Wolf B├╝ntig

    .... denn unser sogenanntes Ich ... ist nicht unser wahres Ich, sondern nur sein Abglanz.
    Novalis

    Die gro├čen Lehrmeister sagen uns,
    dass die wichtigste Frage der Welt sei: “ Wer bin ich?“

    Was ist das ├╝berhaupt, was man das “ Ich “ oder das “ Selbst “ nennt? Meinen Sie etwa, Sie h├Ątten sonst alles verstanden, nur das nicht? Meinen Sie, Sie haben die Astronomie samt ihren schwarzen L├Âchern und Quarsaren verstanden, kennen sich mit Computern aus und wissen nicht, wer sie sind? Meinen Sie, Sie haben verstanden, wer  Jesus Christus ist, und wissen nicht, wer Sie selbst sind? Woher wollen Sie denn wissen, dass Sie Jesus Christus verstanden haben? Wer ist derjenige, der etwas versteht?
    Finden Sie das erst einmal heraus. Das ist die Grundlage von allem. Weil wir uns dar├╝ber nicht im klaren sind, gibt es immer noch all diese engstirnigen religi├Âsen Leute, die ihre sinnlosen religi├Âsen Kriege f├╝hren - Moslems gegen Juden, Protestanten gegen Katholiken, und so weiter. Sie wissen nicht, wer sie sind, denn w├╝ssten sie es, g├Ąbe es keine Kriege.
    Mello

    Identit├Ąt:
    Denn was ist es denn eigentlich, das uns unsere Identit├Ąt verleiht? Nichts anderes als unsere Erinnerungen. Verlieren wir sie, h├Âren wir auf, die zu sein, die wir sind.
    Andreas Eschbach

    Hier geht es um die eigene Identit├Ąt, die zwischen Geburt und Tod besteht. Aber wer bin ich eigentlich ewiglich? Wer war ich, bevor Vater und Mutter geboren wurden? Im Christentum gibt es die Vorstellung von einer unsterblichen Seele. Hier ist man die Seele und nicht sein K├Ârper.

    Menschen, die mit ihrem K├Ârper identifiziert sind, beantworten diese Frage “Wer bin ich?” mit: “Ich bin mein K├Ârper. Wenn der K├Ârper zerf├Ąllt, bin ich nicht mehr”.
    Als Dietrich Bonnhoeffer zum Galgen gef├╝hrt wurde und der SS-Mann sagte: “Das ist jetzt das Ende”, antwortete Dietrich Bonnhoeffer: “Nein”.
    Er war also nicht mit seinem K├Ârper identifiziert, sondern hatte eine inner Gewissheit davon, wer er wirklich ist. Wer nicht mit seinem K├Ârper identifiziert ist, wei├č, dass er auch existiert, wenn der K├Ârper gestorben ist.

    Jeder f├╝hlt, da├č er etwas anderes ist als ein von einem andern einst aus Nichts geschaffenes Wesen. Daraus entsteht ihm die Zuversicht, da├č der Tod wohl seinem Leben, jedoch nicht seinem Dasein ein Ende machen kann…. Wer da meinet, sein Dasein sei auf sein jetziges Leben beschr├Ąnkt, h├Ąlt sich f├╝r ein belebtes Nichts: denn vor drei├čig Jahren war er nichts und ├╝ber drei├čig Jahre wird er wieder nichts.
    Arthur Schopenhauer
    Zitat aus:
    http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Tod/tod.html

     

    Ein Ring aus Gold kann umgeschmolzen werden. Das Gold bleibt Gold, unabh├Ąngig von der Form, in der es sich manifestiert. Es geht darum, die “Goldheit” der Dinge zu sehen und nicht ihre “Ringheit”, die das Ego sieht. Wenn man glaubt, ein Ring zu sein, dann ist der Verlust der eigenen Form eine Katastrophe. Wenn man wei├č, dass man das Gold ist - was ist dann der Tod?.

    Um mehr dar├╝ber nachzudenken, k├Ânnen Sie sich mal vorstellen, wie es ist, wenn jemand bewusstlos ist. Der K├Ârper und die Kleidung sind unver├Ąndert, der Mensch lebt auch, aber er ist es nicht mehr selber.
    Wenn dieser Mensch wieder zu Bewusstsein kommt, ist er wieder wie vorher. Wer also ist der Mensch? - sicher nicht allein sein K├Ârper.

    Wer warst du, bevor deine Mutter und dein Vater geboren wurden?
    Klassische ZEN - Frage

    Aus den Upanishaden zur Seelenwanderung
    ... wenn nach dem Tod eine Seele zum Monde kommt, so fragt ihn dieser: Wer bist du? Dann soll sie antworten: Du bin ich ... Wenn sie so spricht, dann l├Ą├čt sie der Mond ├╝ber sich selbst hinausgelangen ... zur ewigen Seligkeit.  
    Albert Schweitzer, 1935.

    Das Wesen der Materie
     "Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms dieses:
    es gibt keine Materie an sich! Alle Materie entsteht und besteht nur durch eigene Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Atoms zusammenh├Ąlt. So m├╝ssen wir hinter dieser Kraft einen bewu├čten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie."
    Max Planck,
    der Entdecker der Quantenmechanik und des Planckschen Wirkungsquantums, hielt im Jahr 1944 in Florenz einen Vortrag zum Thema "Das Wesen der Materie”.

    Die Entstehung des Lebens auf der Erde mit dem Zufall erkl├Ąren hei├čt, von der Explosion einer Druckerei das Zustandekommen eines Lexikons zu erwarten.
    Edwin Conklin, Biologe

    Folgende ├ťberlegung nach Assagioli und Ken Wilber ist auch wichtig:

    Ich bin mir eines Stuhls bewusst, also bin ich nicht der Stuhl.
    Ich bin mir meines K├Ârpers bewusst, also bin ich nicht mein K├Ârper.
    Ich bin mir meiner Gedanken bewusst, also bin ich nicht meine Gedanken.
    Ich bin mir meiner W├╝nsche bewusst, also bin ich nicht meine W├╝nsche.
    Ich bin mir meiner Gef├╝hle bewusst, also bin ich nicht meine Gef├╝hle.
    Ich bin reines Bewusstsein.

    Bewusstsein ist etwas absolut Selbstst├Ąndiges.
    Die Weisen wissen:
    Das Bewusstsein erf├╝llt das Universum, vergleichsweise wie ein Duft in der Luft.
    Das Bewusstsein ist nicht im Gehirn zu finden, sondern das Gehirn ist das Organ, durch das sich das Bewusstsein zeigt. Das Gehirn ist nur der Ort, an dem es zugelassen wird. Unser Gehirn bringt das Bewusstsein nicht hervor, es setzt es nur um. Der Stolz des Egos zeigt sich in dem Glauben, es k├Ânne w├Ąhlen, was im eigenen Bewusstsein auftaucht.
    ├ťbrigens: Wenn Sie mit Freunden diskutieren, dann sagen vermutlich auch Sie stets das, was ihnen gerade “einf├Ąllt”.

    Alle Menschen kennen die Bewusstseins-Inhalte, z.B. den Stuhl oder den eigenen K├Ârper.
    Kaum jemand kann das reine Bewusstsein an sich wahrnehmen - au├čer den “Erwachten”.

    Ken Wilber weist darauf hin, dass kein Mensch ohne Bewusstsein sein kann. Man muss das Bewusstsein also nicht suchen, es ist da. Deshalb hat die Grosse Suche ein Ende.

    ├ťberlegen Sie doch mal selbst: Was ist der Unterschied zwischen einem Menschen, der gerade bewusstlos ist, und danach, wenn er wieder bei Bewusstsein ist?

    Die Psychosynthese von Roberto Assagioli sieht den Menschen als Seele, die einen K├Ârper bewohnt und eine Pers├Ânlichkeit hat, um sich in der Welt ausdr├╝cken zu k├Ânnen. Die Aufgabe der Pers├Ânlichkeit ist es, das Werkzeug der Seele zu sein. Ebenso soll der Verstand ein guter Diener der Seele sein und helfen, z. B. zu planen, zu organisieren, Finanzierungen zu finden, aber nicht zu gr├╝beln und zu hirnen.

    Suche nicht Gott,
    suche den, der Gott sucht.
    Doch weshalb suchen?
    Er ist wahrhaftig hier:
    N├Ąher als dein eigener Atem.
    Rumi


    Die Identifikation mit seinem Wesen wird im Menschen erst wirksam, wenn er das auch erf├Ąhrt, innerlich erlebt und als innere Gewissheit wei├č. Dies ist auch die Erfahrung aller Weisen seit Jahrtausenden. Das Wissen mit dem Kopf  - jetzt, nachdem Sie das gerade gelesen haben - hilft dabei nicht viel, sich vom K├Ârper zu de- identifizieren. Man kann letztlich nur durch eine Ganzheits-Erfahrung Erleuchtung erfahren und innerlich wissen, wer man ist.
    Es geht um ganzheitliches, also nicht- dualistisches Wissen aus unseren Bauch-, Herz- und Geist- Zentren (Intuition). Das geht ├╝ber den Verstand hinaus.
     

    Wenn man versucht, den eigenen, inneren Kritiker, das ├ťber-Ich (siehe Seite “Bild vom Menschen”) abzuwehren, statt sich st├Ąndig selbst Vorw├╝rfe zu machen, kann man sich fragen:
    Wer macht hier eigentlich wem Vorw├╝rfe ?


      Der wahre Friede
    Wahrlich, wir sind und wollen und wollten
    stets etwas sein,
    immer einer ├╝ber dem anderen.
    Darum aller Streit und alle M├╝he: dass man etwas ist,
    dass man gro├č, reich, hoch und m├Ąchtig ist.
    Ein jeder will stets etwas sein und scheinen.

    Aller Jammer kommt allein davon,
    dass wir etwas sein wollen.
    Das Nichts- sein,
    das h├Ątte in allen Lebensweisen,
    an allen Orten,
    an allen Leuten,
    v├Âlligen, wahren,
    wesentlichen, ewigen Frieden
    und es w├Ąre das Seligste,
    das Sicherste und das Edelste,
    das diese Welt hat,
    - aber niemand will daran,
    weder reich noch arm,
    weder jung noch alt.
    Johannes Tauler, 1300 - 1361

    Siehe auch den Text  “Stille und Ruhe statt Hast und Hetze. Bei sich sein statt au├čer sich zu sein.” im Anhang auf der Seite “Was kann ich selbst tun?”

     


    Dies ist keine Fun-Site.
    Diese Homepage entspricht einer Sammlung von Zitaten zu verschiedenen Themen mit einigen Kommentaren von mir,

    f├╝r deren Lekt├╝re man recht viel Zeit einplanen sollte.

    Leitmotiv:

    G├╝te
    W├Ąre das L├Ącheln nicht st├Ąrker als das Z├Ąhnefletschen
    und die G├╝te nicht st├Ąrker als der Hass,
    dann g├Ąbe es die Menschheit sicher nicht mehr.
    Chr. Rueger


    F├╝r die psychologischen und spirituellen Seiten gilt:

    Auf diesen Seiten gebe ich die Weisheitslehren von Menschen,
    die sich ├╝berwiegend im egolosen, erleuchteten Zustand des Eins-Seins befinden,
    kurz zusammengefasst so wieder, wie ich sie bisher intellektuell verstanden habe.
     

    Kraft macht keinen L├Ąrm. Sie ist da und wirkt.
    Albert Schweitzer


    Wo die Natur nicht will,
    da ist die Arbeit umsonst.
    Seneca, 65 n. Chr.


    N├Ąchstenliebe lebt mit tausend Seelen,
    Egoismus mit einer einzigen, und die ist erb├Ąrmlich.
    Marie von Ebner-Eschenbach

    Hinweis:
    Es geht um das Ersp├╝ren von Prozessen, die man nicht mit Worten beschreiben kann. Jedes Wort steht also f├╝r etwas Unnennbares - wie etwa, wenn jemand “sein Herz verschenkt”. Also versuchen Sie bitte zu sp├╝ren, was jedes Wort und jeder Satz eigentlich beschreiben will
    und versuchen Sie vor allem, ES selbst zu erfahren - und das geht nur ohne Denken.
    Es geht um ganzheitliches, inneres Wissen, das in unserem Bauchzentrum, Herzzentrum oder Geistzentrum (Intuition, Inspiration) ersp├╝rt werden kann und nicht um dualistisches Denken und mentale Konstrukte oder Begriffe.

    Wenn Sie jetzt bereits die Seite wegklicken wollen, so schildern Sie doch bitte rasch mal mit ihren Worten Ihr Lieblings-Musikst├╝ck. Auch das Gesicht Ihrer Mutter kann man nicht mit Worten beschreiben, aber man wei├č es.
    Das ist die eigene, innere Gewissheit, die unnennbar ist.

    Sie k├Ânnen sich gerne mit Fragen zu diesen Themen an mich per Email wenden.