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    www.Oekosophie.de 

    Jeder Mensch hat grundsÀtzlich von der Natur die Anlage, einen hohen Grad an Weisheit zu erlangen. Die bisherigen Kulturen lassen jedoch eine solche Entwicklung nur in AusnahmefÀllen zu. Die Menschheit insgesamt zeigt keine Weisheit, sie gleicht einem Bakterienstamm, der sich ungehemmt solange vermehrt, bis seine Lebensgrundlagen verbraucht sind.
    Kultur braucht deshalb Erneuerung: eine humanistische Orientierung!
    Marie von Ebner-Eschenbach

    Es ist nicht von Bedeutung, ob wir glÀubig sind.
    Wichtig ist nur, daß wir ein gutes Herz haben.
    Dalai Lama
     


    Auf dieser Seite gebe ich die Weisheitslehren kurz zusammengefasst so wieder, wie ich sie bisher verstanden habe.

    Um Siddartha von Hermann Hesse besser  verstehen zu können, habe ich einige Begriffe wie folgt erlĂ€utert:

    BegriffserklĂ€rungen zu Hesse: Siddhartha

    Weltanschauung der Brahmanen vor Budda
    Unter den Geheimnissen der Natur ziehen die des Gebundenseins des Lebens an den Odem, des Schlafens, des TrĂ€umens, des Enthaltenseins der Pflanze in dem Samenkern und des Salzes in dem Salzwasser ihre Aufmerksamkeit auf sich. Um diese und andere alltĂ€gliche RĂ€tsel erklĂ€ren zu können, nehmen sie an, daß in allem körperlichen Sein ein nicht-körperliches enthalten sei, und daß der Sinnenwelt eine ĂŒbersinnliche Welt zugrunde liege. Aus einer magisch auf das Sein wirkenden Kraft wird das Übersinnliche fĂŒr sie also etwas, das dem Sein in natĂŒrlicher Weise zugehört. So bildet sich bei ihnen die Lehre aus, daß das eigentliche Wesen aller Dinge etwas Immaterielles und UnvergĂ€ngliches ist, das aus dem Urgrunde des Immateriellen, der Welt-Seele, stammt, an ihm teil hat und in ihn zurĂŒckkehrt.Die Gesamtheit des Übersinnlichen, die All-Seele (Weltseele), nennen sie das Brahman.
    Albert Schweitzer, 1935.

    Buddha war ein Reformator und er erinnert uns an Luther. Auf dem Gebiet der Religionen besteht eine verblĂŒffende Ähnlichkeit zwischen ihnen. Beide ringen zunĂ€chst mit dem Problem der Erlösung. Luther beunruhigend die Frage, wie die Vergebung der SĂŒnden erlangt werden könne, und Buddha, wie das Freiwerden von dem Elend des Kreislaufs der Wiedergeburten möglich sei.
    Albert Schweitzer, 1935.

    Buddha
    Historisch: Prinz Siddhartha, Sohn eines FĂŒrsten, lebte um 563 - 483 v. Chr. im Norden Indiens, im heutigen Nepal. Er heiratete mit 16 Jahren und hatte einen Sohn. Mit 29 Jahren wurde er Asket, mit 35 Jahren erleuchtet. Im Zustand der Erleuchtung (= Zustand des Wissens) erlöschen Gier, Hass, Verblendung und Unwissenheit.
    Nach seiner Erleuchtung schwieg Buddha. Dazu befragt, erklĂ€rte er: Wer ES nicht erfahren hat, kann das Unnenbare auch nicht durch Worte spĂŒren und wer ES gespĂŒrt hat, braucht keine ErklĂ€rungen. SpĂ€ter aber lehrte er.

    Vorname

    Nachname

    Als Asket

    Als Erleuchteter
     (ab 8.12.528)

    Siddhartha

    Gautama

    Shakyamuni, der schweigende Weise aus dem Geschlecht der Shakyas.

    Shakyamuni Buddha,
    der Erwachte, der Wissende,
    der Bewusste, der Vollendete.



    Bei seiner Erleuchtung erkannte er die "Vier Edlen Wahrheiten". Diese lauten:
    1. Das Leben ist voll von Leiden (Zustand von Nicht-Wissen durch fehlende Erleuchtung).
    2. Das Leiden entsteht, weil das dualistische Ego-Denken Begierden erzeugt, z.B. Gier, Hass, Verblendung und daraus viele WĂŒnsche entstehen..
    3. Das Leiden kann ĂŒberwunden werden, indem die Begierden ĂŒberwunden werden.
    4. Der Weg dorthin ist der mittlere, achtfache Yoga-Pfad, zwischen Genußsucht und Askese:
    Rechte Anschauung, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Tun, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Denken,  rechtes Sichversenken.(Das hiesige Yoga ist ein winziger Ausschnitt des ursprĂŒnglichen, hinduistischen Wegs zum Wissen, der natĂŒrlich unter vielem anderen auch AtemĂŒbungen und KörperĂŒbungen enthielt, siehe Seite “Erleuchtung”.).

    Es gibt 5 Gebote: Gebote, nicht  zu töten, nicht zu stehlen,  Vermeidung von LĂŒge, Enthaltung von unkeuschem Wandel sowie kein Genuss von Rauschmitteln.

    Legenden von mythischen Geburten:
    Jungfrauengeburten
    sind ein in der Antike von Ägypten bis nach Indien verbreiteter Mythos:
    Bei Buddha: Seine Mutter empfing ihn von einem Bodhisattva (Buddhawesen) in Gestalt eines weißen Elefanten, der in ihre rechte Seite eindrang, gebar ihn aus ihrer rechten Seite, das Baby konnte sofort laufen, aus seinen ersten 7 Fußstapfen wuchsen sofort Lotosblumen.
    Die MĂŒtter von Göttern mĂŒssen entsprechend des Mythos 7 Tage nach der Geburt sterben, Siddharthas Mutter auch.
    Durch die Jungfrauengeburt wurde schon immer bewiesen, dass der Sohn etwas ganz besonderes ist, also ein Gott ist.

    Brahman,
    im Hinduismus das ewige, unvergĂ€ngliche Absolute und, daneben, die allgegenwĂ€rtige, höchste, nicht-duale Wirklichkeit, die das ganze Universum durchflutet. Es ist das Ziel des Hindus, durch persönliche Erfahrung und unmittelbare Erleuchtung ein VerstĂ€ndnis des Wesens des Brahman zu erreichen. Brahman ist ein Begriff, fĂŒr den es in den dual aufgefassten Religionen kein Äquivalent gibt. Als absolutes Bewusstsein ist er in seiner Abstraktion dem Denken nicht zugĂ€nglich. Bei jeder Konkretisierung wird er zu Ishvara. (Die Indianer nennen Gott: „Das große Geheimnis“. Siehe auch das christliche Gebot: Du sollst dir kein Bildnis machen).
    Brahman ist auch die Absolute Wahrheit und die Erste Ursache fĂŒr alles, was ist.
    Brahman kann man nur spĂŒren - nicht denken oder sich vorstellen -  im jetzigen Augenblick, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft.

    OM: Symbol der Gegenwart des Absoluten in der sichtbaren, phĂ€nomenologischen Welt.

    Wirklichkeit  =  das, was wirkt

    Trimurti = TrinitÀt

    Die drei Götter der TrinitÀt sind:
    Brahma:  (Leidenschaft, WĂŒnsche fĂŒhren zu Schöpfung, Entstehen), nach der Lehre vom kosmischen Ei erschafft er die Welt aus einem Ei.  Legende: Er wird aus einer Lotosblume geboren.
    Vishnu:   (Barmherzigkeit und GĂŒte fĂŒhren zur Bewahrung) Getreu seiner Rolle als Bewahrer soll Vishnu in die Welt eingreifen, wenn deren Ordnung bedroht ist, um die natĂŒrliche Ordnung wieder herzustellen und die GlĂ€ubigen zu retten.
    Shiva:  (der GĂŒtige, der Freundliche. Zorn fĂŒhrt zu Zerstörung ) Segensvolle Gottheit fĂŒr die Zerstörung des Bösen und des Nicht-Wissens!    Die drei o.g. Götter bilden zusammen Trimurti, die drei GrundkrĂ€fte, die in der Welt wirken. Die drei existieren in dem Einen und das Eine in den dreien.

    Veden:  („Was in tiefer Kontemplation offenbart wurde“). Älteste hinduistische Schriften, etwa 1000 v. Chr., mit sechsfachem Umfang der Bibel. Ein Teil der Veden sind die Upanishaden. In ihrem Mittelpunkt stehen Atman, Brahman und die heilige Silbe OM.

    Atman (hinduistisch)
    Begriff des Hinduismus fĂŒr das wirkliche, unsterbliche Selbst des Menschen, das der Westen als Seele bezeichnet. Der Atman, (oder die Einzelseele), ist  als absolutes Bewusstsein  identisch mit dem Brahman, der Weltseele. In der Philosophie der Hindu bezeichnet Atman auch das wahre Wesen aller Dinge, einschließlich des Universums. Vom Atman wird gesagt, er sei das einzige Ding das wirklich existiere, eine unvergĂ€ngliche Substanz, die in den Wiedergeburten von Körper zu Körper wandere.

    Anatman  (Nicht-Selbst, buddhistisch)
    Im den meisten Richtungen des Buddhismus wird die Existenz eines Atman, einer ewigen Einzelseele, geleugnet: Weder innerhalb noch außerhalb der physischen und psychischen Daseinserscheinungen gibt es etwas, das man als unabhĂ€ngige, unvergĂ€ngliche Wesenheit, als Selbst bezeichen könnte. 
    Nach Auffassung Buddhas ist das gesamte Dasein geprÀgt von den drei Kennzeichen:
    Anatman (keine Seele), Anitya (UnbestÀndigkeit), und Dukkha (Leiden). Die Lehre von Anatman erforderte somit eine Neuauslegung der indischen Idee von dem Wiedergeburtenkreislauf in der Welt der Erscheinungen, bekannt als Samsara. Es wird ein Fluss von Existenzformen postuliert und nicht ein bestÀndiges Wesen, das aus einem Leben in ein nÀchstes tritt, also ein Glaube an Wiedergeburt ohne Seelenwanderung.

    Samsara: (hinduistisch)
    Wandel, Wanderung. Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt, dem jeder Mensch unterworfen ist, solange er im Nicht-Wissen lebt und seine IdentitĂ€t mit Brahman nicht  erkannt  hat.
    Entsprechende deutsche Spruchweisheit: Das einzig BestÀndige ist der Wandel. (Heraklit, Schopenhauer).

    Innere Stimme:
    Gemeint ist nicht das dualistisches Denken mit der linken GehirnhĂ€lfte, nicht unsere Egoismus-Stimme: „Ich will haben“ und nicht die Stimme unseres Über-Ichs (Innerer Kritiker): „Du sollst...“.
    Sondern es geht darum, die Stimmen aus unseren drei Körper-Zentren wahr-zunehmen: 
    Es geht um ganzheitliches, also nicht-dualistisches Wissen aus Bauch, Herz und Geist (Intuition).
    Durch die innere Stimme bekommt man Wissen, innere absolute Gewissheit. Dadurch wird man von der Meinung anderer Menschen völlig unabhÀngig.
    Saint-ExupĂ©ry: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist fĂŒr die Augen unsichtbar.

    Daio Kokushi, um 1300 n. Chr. :
    “Es gibt eine Wirklichkeit, die vor Himmel und Erde steht. Sie hat keine Form, geschweige denn einen Namen. Augen können sie nicht sehen. Lautlos ist sie, nicht wahrnehmbar fĂŒr Ohren. Gebt eure Worte auf, entleert eure Gedanken, dann kommt ihr soweit, das eine Sein zu erkennen“.


    Christus
    = aramĂ€isch = „Der Erleuchtete“. Erleuchtung am 6. August auf dem Berg Tabor.
    Kirchenfest immer am 6.August: VerklĂ€rung Jesu, siehe Lk 9, 28–35 und Mt 17, 1-8.

    Sieben Stufen, um Gott zu erkennen
    (nach BONAVENTURA, *1217, Kardinal1273, Heiligsprechung 1485):

    1:In den Ă€ußeren Spuren des Universums,
    2: In der Sinnenwelt,
    3: In den GemĂŒtskrĂ€ften,
    4: Im GedÀchnis, Begriffsvermögen, Willen,
    5: In der göttliche Einheit,
    6: In der göttlich Dreifaltigkeit,
    7: In der mystische Erfahrung, in der man emporsteigt zum ĂŒberwesenhaften Strahl der
        ĂŒberlichten Dunkelheit. Hier endet die Reise der Seele zu Gott.

    Nach Christian HOBURG, * 23.7. 1607:
    Bei der  Erleuchtung zieht Christus in das Herz des GlĂ€ubigen ein und die  Seele ist von der Liebe Gottes umgriffen.

    Taoismus     
    Der Taoismus ist eine weit in prĂ€historische Zeit zurĂŒckreichende Mystik des Eins-Werdens mit der in der Welt wirkenden Ur-Kraft.
    Albert Schweitzer, 1935.
     
    Die Lehren des Taoismus finden sich im Tao-Te King (Buch vom Tao und seiner Kraft), einer Textsammlung aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die dem historisch verbĂŒrgten Lao-tse ( 6. Jh. V. Chr.) zugeschrieben wird.
    Der Taoismus geht davon aus, dass der Einzelne keinen Wert auf die Vorschriften der Gesellschaft legen, sondern nur danach streben soll, der kosmischen Grundordnung, dem Tao (Weg), zu entsprechen. Alles nach menschlichen PlĂ€nen erfolgte Wirken bedeutet eine Störung des nach seiner geheimnisvoll- sinnvollen Ordnung ablaufenden Weltgeschehens. Dieses kann weder in Worten beschrieben noch gedanklich erfasst werden. Der Mensch erreicht die Übereinstimmung mit dem Tao, indem er nach seiner eigenen Natur lebt und sich von allen Lehren und von allem gedanklichen Wissen befreit. Aus dem Tao bezieht er mystische KrĂ€fte (TĂŽ). Diese ermöglichen, alle weltlichen Unterschiede, sogar den Unterschied zwischen Leben und Tod, zu ĂŒberwinden.
     

    Jesus sprach: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Joh. 14, 6

    Vergleich mit Heidegger (Vom Wesen der Wahrheit):
     â€žĂœbereinstimmen mit der Bestimmung der Weltenordnung“    im Gegensatz zu
     â€žDie Irre beherrscht den Menschen, indem sie ihn beirrt“.

    Wiedergeburt
    Der Hinduismus und der tibetische Buddhismus kennen die Wiedergeburt. Die meisten anderen mystischen Traditionen dagegen nicht.  Deshalb habe ich persönlich den Eindruck, das es bei der SEINS-Erfahrung in allen mystischen Traditionen Übereinstimmung gibt bis auf das Wissen um die Wiedergeburt. Hierzu gibt es offenbar zwei unterschiedliche Erfahrungen - oder - da es unterschiedlich tiefe Erleuchtungs-Erfahrungen gibt, liegen vermutlich  unterschiedliche Erfahrungstiefen vom All-Einen vor.
    Jedenfalls glaubt jemand, der seine Wiedergeburt einmal erlebt hat, felsenfest und unerschĂŒtterlich  daran. Alle anderen, die sie nicht selbst erlebt haben, glauben ebenso felsenfest, dass dies nicht möglich ist. Diskutieren und Streiten ist zwecklos.
    Abhilfe schafft: Nicht denken, sondern hinspĂŒren.

    Folgendes schreibt Albert Schweitzer 1935:

    Aus den Upanishaden zum Thema Seelenwanderung
    ... wenn nach dem Tod eine Seele zum Monde kommt, so fragt ihn dieser: Wer bist du? Dann soll sie antworten: Du bin ich ... Wenn sie so spricht, dann lĂ€ĂŸt sie der Mond ĂŒber sich selbst hinausgelangen ... zur ewigen Seligkeit.  

    Der Bramanenlehre zufolge gehen alle Einzelseelen nach ihrer Existenz in der Sinnenwelt ohne weiteres wieder in der All-Seele auf. jedes Aufhören des körperlichen Seins kommt einem endgĂŒltigen ZurĂŒckkehren der betreffenden Seele in die All-Seele gleich, wie auch jedes Entstehen von körperlichem Sein als ein neues Auftreten von Seelischem in der Sinnenwelt aufgefaßt wird. Die Brahmanen nehmen also ein fortgesetztes Einströmen des Seelischen in die Sinnenwelt und ein fortwĂ€hrendes RĂŒckströmen desselben aus ihr an. Bezeichnend fĂŒr ihre Ansicht ist das in den Upanishad's gebrauchte Gleichnis von dem Feuer, aus dem stets neue Funken in die Luft fahren und wieder in es zurĂŒckfallen.
    Der Brahmanenlehre zufolge ist jede in der körperlichen Welt vorhandene Seele also neu in ihr, hĂ€lt sich nur einmal in ihr auf und wird von selbst, ohne daß hierzu irgendeine Erkenntnis oder Leistung ihrerseits erforderlich ist, der Wiedervereinigung mit der All-Seele teilhaftig. Die Seelen der wilden Tiere und der Pflanzen kehren in derselben Weise in die All-Seele zurĂŒck wie die des Brahmanen, der die tiefste Erkenntnis besitzt und es in der Askese und dem Sich-Versenken am weitesten gebracht hat.
    Es ist ja nicht so, daß dieser durch Erkenntnis, Askese und Sich-Versenken das Eins-Sein mit der All-Seele erst erwirbt. Er hat dadurch nur dies voraus, daß er um die Seligkeit, die seiner wartet, weiß und sie schon in dieser Welt genießt, indem er sein Erdendasein in innerlicher und Ă€ußerlicher Freiheit von der materiellen Welt und in einem ganz auf die All-Seele gerichteten Sinnen verbringt.Die Lehre von der Wiedergeburt hingegen geht von der Voraussetzung aus, daß Seelen in der Sinnenwelt gefangen sind. Wie sie in die All-Seele zurĂŒckkehren können, wird also zum Problem.
    Die Wiedergeburtslehre ist eigentlich nur mit der Erlösung des Menschen beschĂ€ftigt. Sie macht das Freiwerden von der Körperlichkeit von einer Erkenntnis und einem Verhalten abhĂ€ngig, deren nur höchstentwickelte Menschen fĂ€hig sind. Die Welterlösung kann sie sich also nur so vorstellen, daß alle in der Sinnenwelt befindlichen Seelen, von Existenzform zu Existenzform aufsteigend, nach und nach in höchste Menschenexistenz eingehen und sich in dieser die FĂ€higkeit zur RĂŒckkehr in die All-Seele erwerben.
    Nicht einmal die Erlösung des Menschen vermag die Wiedergeburtslehre in befriedigender Weise begreiflich zu machen. Sie lĂ€sst Menschen zur Strafe fĂŒr ihren schlechten Wandel in die Existenz verachteter und böser Tiere eingehen. Aber wie sie sich aus dieser wieder zu einer höheren herausarbeiten können: diese Frage bleibt bei ihr ungelöst. Die Wiedergeburtslehre befindet  sich hier mit sich selber in Widerspruch. Sie muss die Erlangung der höheren Existenzweise von dem ethischen Verhalten abhĂ€ngig sein lassen. Wie aber kann sich die einmal in ein Tierdasein herabgesunkene Seele ethische Verdienste erwerben? Eigentlich muss die Wiedergeburtslehre die Erlösung der ins Tierdasein eingegangenen Seelen also fĂŒr so gut wie unmöglich ansehen. Diese Feststellung findet sich bei Buddha.
    Jahrhundertelang wird nun das indische Denken von der Angst des Verbleibens im Kreislauf der Wiedergeburten beherrscht, von der die ursprĂŒngliche brahmanische Lehre nichts wusste.

    Die SĂ€mkhya-Lehre lĂ€ĂŸt die Welt aus zahllosen Materien-Einheiten und Seelen-Einheiten bestehen, die miteinander verbunden sind. In Vielem berĂŒhrt sich ihre Anschauung mit der Leibniz'schen Monadenlehre.Die immaterielle Seele vereinigt sich mit einer feinstofflichen, psychischen. Die letztere ist als ein Ă€therischer, unsichtbarer und unvergĂ€nglicher Leib gedacht. Die SĂ€mkhya-Lehre behauptet ja die Ewigkeit der Materie. Wenn der Mensch stirbt, vergeht nur sein grob-materieller Leib. Sein unvergĂ€ngliches psychisches Ich, der Ă€therische Leib, bleibt mit der immateriellen Seele vereint und geht mit ihr fort und fort in neue Wiedergeburt ein.

    Der SĂ€rpkhya-Lehre sind die Vorstellungen entnommen, auf denen sich die moderne Theosophie und Rudolph Steiner's Anthroposophie erbauen. Ganz wie in der SĂ€rpkhya-Lehre hört auch bei Steiner die zwischen der ewigen, immateriellen Seele (er nennt sie Geist) und der psychischen Seele bestehende Verbindung dadurch zu bestehen auf, daß die psychische Seele zu völliger LĂ€uterung gelangt. Nur deutet Steiner die SĂ€mkhya-Lehre ins Ethische und ins Welt- und Lebenbejahende um. Der in die irdische Existenz eingehenden ewigen Seele ist, ihm zufolge, bestimmt, etwas fĂŒr das Weltganze Wertvolles zu wirken.
    Albert Schweitzer, 1935.
     

    Andere Quellen:
    Microsoft® Encarta® EnzyklopĂ€die 2000 und
    Lexikon der östlichen Weisheitslehren, ISBN 3-502-67404-3 und
    meine eigene Meinung, die ich mir aufgrund der jahrelangen LektĂŒre zahlloser BĂŒchern
    von Weisen / Mystikern und bei sehr vielen Kursen mit weisen Lehrern gebildet habe:

     


    Dies ist keine Fun-Site.
    Diese Homepage entspricht einer Sammlung von Zitaten zu verschiedenen Themen mit einigen Kommentaren von mir,

    fĂŒr deren LektĂŒre man recht viel Zeit einplanen sollte.

    Leitmotiv:

    GĂŒte
    WÀre das LÀcheln nicht stÀrker als das ZÀhnefletschen
    und die GĂŒte nicht stĂ€rker als der Hass,
    dann gÀbe es die Menschheit sicher nicht mehr.
    Chr. Rueger


    FĂŒr die psychologischen und spirituellen Seiten gilt:

    Auf diesen Seiten gebe ich die Weisheitslehren von Menschen,
    die sich ĂŒberwiegend im egolosen, erleuchteten Zustand des Eins-Seins befinden,
    kurz zusammengefasst so wieder, wie ich sie bisher intellektuell verstanden habe.
     

    Kraft macht keinen LĂ€rm. Sie ist da und wirkt.
    Albert Schweitzer


    Wo die Natur nicht will,
    da ist die Arbeit umsonst.
    Seneca, 65 n. Chr.


    NĂ€chstenliebe lebt mit tausend Seelen,
    Egoismus mit einer einzigen, und die ist erbÀrmlich.
    Marie von Ebner-Eschenbach

    Hinweis:
    Es geht um das ErspĂŒren von Prozessen, die man nicht mit Worten beschreiben kann. Jedes Wort steht also fĂŒr etwas Unnennbares - wie etwa, wenn jemand “sein Herz verschenkt”. Also versuchen Sie bitte zu spĂŒren, was jedes Wort und jeder Satz eigentlich beschreiben will
    und versuchen Sie vor allem, ES selbst zu erfahren - und das geht nur ohne Denken.
    Es geht um ganzheitliches, inneres Wissen, das in unserem Bauchzentrum, Herzzentrum oder Geistzentrum (Intuition, Inspiration) erspĂŒrt werden kann und nicht um dualistisches Denken und mentale Konstrukte oder Begriffe.

    Wenn Sie jetzt bereits die Seite wegklicken wollen, so schildern Sie doch bitte rasch mal mit ihren Worten Ihr Lieblings-MusikstĂŒck. Auch das Gesicht Ihrer Mutter kann man nicht mit Worten beschreiben, aber man weiß es.
    Das ist die eigene, innere Gewissheit, die unnennbar ist.

    Sie können sich gerne mit Fragen zu diesen Themen an mich per Email wenden.